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Nun sind bereits einige Monate vergangen, seit wir zurück in der Schweiz sind – höchste Zeit, euch ein wenig Einblick zu geben, was in den sechs Monaten Tansania alles geschehen ist, bevor wir erneut ausreisen.
Unser nächster Abflug nach Tansania steht bereits fest: Am 27. Januar 2025 geht es los, und wenn alles nach Plan verläuft, werden wir am 4. Juli 2025 wieder sicher in Kloten (ZH) landen. Es ist für uns ein großes Geschenk, dass die Familie Bodenhöfer uns während des gesamten Aufenthalts begleiten und unterstützen wird.
Unsere Vision bleibt unverändert: Jünger zu machen nach dem Vorbild Jesu, Einheimische zu schulen und sie zu befähigen, eigenständig ihren Glauben zu leben und weiterzugeben.
Das heisst für uns:
1. In Personen des Friedens zu investieren
2. Evangelisation – Personen des Friedens finden
3. Soziale Hilfe – aber nicht ohne Evangelisation
In diesem Newsletter fokussieren wir auf die Investition in die Personen des Friedens, werden dann aber die weiteren Punkte nachliefern:
Wie das konkret ausgesehen hat, könnt ihr hier lesen:
In Personen des Friedens investieren
1. Bischof Dr. Daniel A. Ouma:


Daniel ist unsere wichtigste Bezugsperson in Musoma, Tansania. Gott hat ihn auf beeindruckende Weise gebraucht, um viele Menschen in Tansania und darüber hinaus zu erreichen. Er hat mit seinem Team zahlreiche Gemeinden gegründet, und durch sein Wirken werden viele Türen für das rettende Evangelium weit geöffnet – nicht nur in Tansania, sondern auch in den umliegenden Ländern.
Natürlich ist auch der Feind sich dessen bewusst. Der Teufel versucht mit allen Mitteln, die Beziehungen zu belasten, indem er Misstrauen zwischen uns und den Mitarbeitern sät. Sein Ziel ist es, die Arbeit zum Stillstand zu bringen. Doch wir wissen, was die Bibel uns lehrt:
„Denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Regionen.“ (Epheser 6,12)
Deshalb ist es entscheidend, wachsam zu bleiben und uns nicht von kulturellen oder äußeren Umständen ablenken zu lassen – auch wenn das nicht immer einfach ist. Besonders wichtig ist es, die Beziehung zu Daniel und seiner Familie aktiv zu pflegen und zu stärken.
Nach unserem Umzug ins Missions-Haus haben wir begonnen, die Familie Ouma bei uns einzuladen – sei es zu gemeinsamen Mahlzeiten, entspannten Gesprächen oder Zeiten voller Spiel und Spaß. Solche Momente helfen uns, unsere Beziehung zu vertiefen und in der Einheit zu wachsen, die wir für die Ausbreitung des Evangeliums so dringend brauchen.






2. In die „Synagogen“ (Gemeinden) gehen
Wie Paulus damals zuerst die Synagogen aufsuchte, so haben auch wir an den Sonntagen verschiedene Gemeinden besucht, die zum Kirchennetzwerk gehören, das Daniel gegründet hat. Unser Hauptfokus liegt dabei auf dem Evangelium, dem Auftrag, Jünger zu machen, und darauf, Menschen in eine tiefe, persönliche Beziehung zu Gott (Vater, Sohn und Heiliger Geist) zu führen. Unser Wunsch ist es, dass sie ihr altes Leben vollständig hinter sich lassen.






Die Männer waren meist eingeladen zu predigen, und im Anschluss hatten wir oft Gelegenheit, für die Menschen zu beten. Viele entschieden sich für ein Leben mit Jesus, erfuhren Heilung, Befreiung oder eine persönliche Berührung von Gott.



3. Jüngerschaftsschulen in Nyabange
Das Projekt „Jüngerschaftsschule – Nyabange“ ist noch im Aufbau. Leider haben die Bauarbeiten am Missionshaus mehr finanzielle Mittel in Anspruch genommen als ursprünglich geplant. Jetzt liegt unser Fokus darauf, mit dem Bau des Jüngerschaftshauses zu beginnen. Dieses Haus wird es uns ermöglichen, Menschen, die wir vor Ort bejüngern, eine Unterkunft zu bieten und gleichzeitig freiwillige Helfer willkommen zu heißen.



Immer häufiger erreichen uns Anfragen von Menschen, die gerne für einen Kurzeinsatz zu uns kommen möchten. Solche Anfragen wollen wir – soweit möglich – gerne erfüllen. Denn es ist Teil unseres Auftrags, den Leib Christi zu stärken und anderen wertvolle Erfahrungen für ihr geistliches Wachstum zu ermöglichen. Gleichzeitig befinden wir uns noch in einer Pionierphase, in der wir besonders auf erfahrene und tatkräftige Mitarbeiter angewiesen sind. Der Bau des Jüngerschaftshauses ist ein wichtiger Meilenstein, um unsere Arbeit nachhaltig voranzubringen und Menschen bestmöglich zu unterstützen – sei es vor Ort oder in der Weitergabe des Evangeliums.
3.1. Vorhandene Jünger im Wort und in Evangelisation schulen
Im letzten Newsletter haben wir bereits von dem Bibelstudium berichtet, das wir begonnen hatten. Dieses haben wir die gesamte Zeit über weitergeführt. Zeitweise war auch Edward dabei, von dem wir im Newsletter vom 3.10.2023 erzählt haben.
Es wurde deutlich, wie wichtig es ist, die Jünger anzuleiten, selbst die Bibel zu lesen und zu verstehen, anstatt sich ausschließlich auf gehörte Teachings zu verlassen. Gemeinsam mit ihnen sind wir regelmäßig in die Dörfer gegangen, um neue Gläubige zu besuchen, das Evangelium zu verkünden und beim Healingplan mitzuhelfen. Wie bereits im Newsletter vom 9.9.2023 erwähnt, kommen dort Menschen aus allen Richtungen zur Kirche, um Gebet für unterschiedlichste Anliegen zu empfangen. So konnten wir das Gelernte auch immer gleich praktisch anwenden.


3.2. Neubekehrte – Festigen, trainieren, aussenden …
Besonders in zwei Dörfern waren wir regelmäßig unterwegs: Majengo und Bisumwa.
In Bisumwa war es besonders ermutigend mitzuerleben, wie eine neue Gemeinschaft entstand. Der Anstoß dazu kam von einer Frau, die wir im Jahr zuvor darin trainiert hatten, das Evangelium zu verkünden.
Auf ihren Geschäftsreisen erklärte sie überall das Evangelium und traf in Bisumwa auf Menschen, die hungrig nach Gottes Wort waren. Sie bat uns um Unterstützung, und so gingen wir mehrmals nach Bisumwa, um von Haus zu Haus das Evangelium zu verkünden. Dabei beteten wir auch für die Menschen, und Gott heilte und befreite viele. Die Offenheit war groß, und mehrere Menschen entschieden sich dafür, sich taufen zu lassen.
Vor der Taufe lehrten wir ausführlich darüber, was die Taufe bedeutet und was es heißt, Jesus nachzufolgen. Es gab Einzelgespräche mit den Täuflingen – natürlich immer mit Übersetzung.
Nach der Taufe trafen wir uns regelmässig zweimal wöchentlich mit der kleinen Gruppe zu Bibelstudium und Gemeinschaft. Die Treffen fanden jeweils im Freien unter einem Mangobaum statt. Joel brachte seine Gitarre mit, und alle hatten ihre Bibel dabei. Es war meist sehr interaktiv und persönlich. Immer wieder kamen auch andere Menschen dazu, die uns gehört oder gesehen hatten – darunter einige Alkoholiker aus einer nahegelegenen Bar. So erlebten die frischgetauften Gläubigen, wie Gott sie sofort gebrauchte, um anderen zu dienen und die gute Nachricht weiterzugeben.
Dennoch stellten wir immer wieder fest, wie tief das traditionelle Verständnis von Kirche in den Köpfen verankert ist. In der Vergangenheit haben wir als „Weisse“, den Afrikanern, mit unserer Vorstellung von Kirche, leider nicht nur einen guten Dienst erwiesen. Bei vielen dominieren heute klare Vorstellungen davon, wie eine Kirche „auszusehen“ hat: mit einem Gebäude, Rednerpult, große Musikboxen und einer hierarchischen Struktur von sogenannten „Gottesdiensten“ und „Gottesmännern“.
Besonders der Zehnte wird häufig sehr gesetzlich gepredigt, was viele Menschen unter Druck setzt. Nicht selten bleiben sie deshalb dem Gottesdienst fern, wenn sie kein Geld geben können. Es erfordert immer wieder viel Weisheit und Fingerspitzengefühl, solche Themen anzusprechen – vor allem, wenn sie das Wachstum und die biblische Jüngerschaft behindern.
Unser Herzschlag ist es, die Menschen zu ermutigen, sich am Wort Gottes zu orientieren und die Werte des Reiches Gottes zu leben. Statt an Traditionen und kulturellen Mustern festzuhalten, die das geistliche Leben und Wachstum blockieren, sollen sie Freiheit und neue Perspektiven im Evangelium finden.
3.3. Leiter, wie Bischöfe, Pastoren, Übersetzer, Jugend- & Kinderverantwortliche trainieren …
Im letzten Newsletter hatten wir um Gebet für Übersetzer gebeten – ein Anliegen, das auch weiterhin aktuell bleibt. Doch Gott hat unsere Gebete erhört und uns Maria geschenkt, die wir noch aus unserem ersten Aufenthalt in Tansania kannten. Sie spricht sehr gut Englisch und war gerade verfügbar, sodass sie uns überallhin begleitete und für uns übersetzte. Diese Zeit wurde gleichzeitig zu einem wertvollen Jüngerschaftstraining für sie.
Auch Edward, den wir bereits erwähnt hatten, war während seiner Uni-Sommerpause bei uns. Er unterstützte uns nicht nur als Übersetzer, sondern erlebte ebenfalls eine prägende Zeit, die ihm wertvolle Impulse für seinen persönlichen Glauben und Dienst gab.
Insgesamt durften wir drei Camps durchführen: ein Pastorenseminar, ein Kidscamp und ein Jugendleitercamp. Alle drei Veranstaltungen waren sehr unterschiedlich, aber auf ihre Weise unglaublich wertvoll.
Pastoren & Leiter – Camp
Wir sind so dankbar, wie offen die Pastoren für das volle, rettende Evangelium sind. Gleichzeitig sehen wir, wie stark sie noch von Traditionen geprägt sind, die amerikanische oder europäische Missionare in der Vergangenheit nach Afrika gebracht haben. Das betrifft Bereiche wie das Verständnis von Kirche als lebendiger Leib und Familie, gelebte Jüngerschaft, Fragen der Leiterschaft und den Umgang mit Finanzen.
Ermutigend ist es jedoch zu sehen, wie Daniel bereit ist, solche Dinge zu hinterfragen. Unser großer Wunsch ist es, noch intensiver auf der Grundlage des Wortes Gottes in den Austausch zu gehen, damit nicht menschliche Kulturen, sondern das Reich Gottes der Maßstab für unser Tun und Lassen wird.
Kids – Camp
Für die Kinder war das Zeltlager eine ganz besondere Erfahrung – für viele das erste Mal in ihrem Leben. Trotz Herausforderungen wie Strom- und Wasserausfällen oder den kalten Nächten wurde uns erneut bewusst, wie wenig die meisten Kinder besitzen. Manche hatten nur ein einziges Kleidungsstück dabei. Gleichzeitig waren wir beeindruckt von der Unkompliziertheit der afrikanischen Kinder, die sich ohne Probleme zu mehreren in ein Zelt quetschten und einfach das Beste aus der Situation machten.
Unser Herzenswunsch war es, dass die Kinder in dieser Zeit Gott persönlich erleben dürfen. Und genau das geschah: Besonders in den Andachtszeiten berührte Gott die Herzen der Kinder. Nach einem Input von Daniel begann der Heilige Geist, die Kinder zu bewegen. Eines nach dem anderen trat hervor und bekannte vor Gott und den anderen Kindern Dinge, die sie belasteten. Ihre Ehrlichkeit war tief bewegend: „Jesus, vergib mir, dass ich ohne Grund eine Schildkröte getötet habe“ oder „Vergib mir, dass ich Steine auf Hunde geworfen habe, obwohl sie mir nichts getan haben.“ In kindlicher Einfachheit führten diese Momente zu einer tiefen, aufrichtigen Buße. Für uns alle waren es kostbare und bewegende Momente.
Youth – Leaders Camp
Beim Jugendleitercamp lag unser Fokus darauf, die Leiter mit dem gesunden Evangelium vertraut zu machen und ihnen praktische Werkzeuge an die Hand zu geben, um andere im Glauben zu stärken. Ein Höhepunkt war, mitzuerleben, wie durch die Übersetzung einer Zungenrede eine Atmosphäre der tiefen Buße entstand. Die Teilnehmer waren zutiefst ergriffen, begannen zu weinen und bekannten offen ihre Sünden. Einige wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und fingen selbst an, in neuen Sprachen zu reden. Andere erlebten Befreiung oder Heilung. Gottes Gegenwart war in dieser Zeit spürbar und greifbar – für jeden ganz persönlich.
Natürlich gäbe es noch vieles mehr zu Berichten. Wir sind weiterhin sehr auf eure Gebetsunterstützung angewiesen. Wir sind dankbar Teil des Leibes Christi zu sein und den Dienst wahrzunehmen zu dem Gott uns gerufen hat. Auch möchten wir euch ermutigen „den Dienst“ oder „die Aufgabe“ wahrzunehmen zu dem Gott euch gerufen hat.
Als einer, der für sein Bekenntnis zum Herrn im Gefängnis ist, bitte ich euch nun: Denkt daran, dass Gott euch zum Glauben gerufen hat, und führt ein Leben, das dieser Berufung würdig ist! (Epheser 4,1)
Liebe Grüsse und Gottes reichen Segen
Joël & Anita mit Isea, Janis, Lionel, Amélie

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